Mariinsk

- Stadt im sibirischen Verwaltungsbezirk Kemerowo

Die Stadt Mariinsk entstand im Jahr 1698 an der Stelle einer selkupischen Ansiedlung. Die Selkupen sind heute noch ein Volk das weitverstreut in Sibirien lebt. Diese Bevölkerungsgruppe hat das Privileg mehr Edelfische fangen zu dürfen, als die Russen. Seit Aufzeichnungen der Bevölkerungszahlen wuchs die Zahl stetig. Im Jahr 2002 erreichte sie mit fast dreiundvierzigtausend Bewohnern ihre Höchstzahl. Mariinsk zählt heute über einundvierzigtausend Einwohner. Die Menschen der Stadt arbeiten sowohl in holzverarbeitenden Betrieben, als auch in der Lebensmittel- und Leichtindustrie. An der transsibirischen Eisenbahnstrecke ist Mariinsk eine bedeutende Station. Von Moskau nach Mariinsk verlaufen mehr als dreitausendsiebenhundert Bahnkilometer. Allerdings gehört die Strecke in Richtung Nowosibirsk der westsibirischen Eisenbahn. In Mariinsk wechselt das Bahnstromsystem, so dass hier die Lokomotiven bei allen Zügen gewechselt werden müssen.

Foto

Dieses Bild zeigt das Wappen von Mariinsk: appen von Mariinsk

Strafgefangenenlager

Bis zum Jahr 1960 war ein Strafgefangenenlager in Mariinsk ansässig. Es arbeitete nach einem besonderen System und bestand aus Zwangsarbeitslagern, Gefängnissen, Straflagern und zahlreichen Verbannungsorten. Hier wurden Millionen von Menschen ermordet. Auch medizinische Menschenversuche wurden hier vorgenommen. Das Strafgefangenenlager mit einem speziellen System war ein wesentliches Element der stalinistischen Herrschaft.

Heimat- & Gedenkmuseum

In der Stadt Mariinsk ist heute ein Heimatmuseum in Verbindung mit einem Gedenkmuseum vorhanden. Im Gedenkmuseum wird an einen sowjetischen Schriftsteller gedacht, der im Jahr 1981 verstarb und hauptsächlich Werke verfasste, die Geschichten aus Sibirien erzählten.